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Aquarium

Wie gestaltet man ein Aquarium? Welche Fische und Wasserpflanzen sind geeignet? Welche Arten von Aquarien und Biotopen gibt es? Wie pflegt und füttert man seine Zierfische? Was tun gegen Algen? Hier finden Sie Artikel rund um das Aquarium.
Tierbild

Petra Schulten, 14.05.2001

Aquaristik für Anfänger

Echte Aquarianer verbringen Stunden vor ihrem Aquarium, messen Wasserwerte, tauschen sich über ideale Brutbedingungen aus oder halten seltene Fische, für die teure Apparaturen das Wasser in einen Lebensraum umwandeln. Aber auch wer sich (noch) nicht mit Leib und Seele diesem Hobby verschrieben hat, kann sich ein Aquarium zulegen, ohne die Fische darin zu vernachlässigen.
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1. Suchen Sie sich einen guten Aquariumladen. Das Personal muss sich mit dem Thema hervorragend auskennen. Es sollte Sie auch daran hindern Entscheidungen zu treffen, die den Fischen schaden könnten. Wenn Sie sehen, dass Leute den Laden verlassen, die das Aquarium selbst, Pflanzen und Fische herausschleppen, sind Sie wahrscheinlich schon an der falschen Adresse, denn....


2. Kaufen Sie erst das Aquarium, Heizung, Filter, die Einrichtung und die Pflanzen. Die Fische sind viel später dran! Kein Fisch kann in unserem Leitungswasser leben - höchstens eine Weile überleben. Im Idealfall würden Sie Ihr Aquarium erst einmal aufstellen, den Bodengrund einfüllen, Wasser hineingeben, Einrichtungs-Gegenstände wie Wurzelstücke und Steine hineinlegen und die Pflanzen einpflanzen. Beleuchtung, Heizung und Filter müssen angeschlossen werden und dann sollte sich das Aquarium in diesem Zustand etwa einen Monat "einlaufen". Die Pflanzen breiten ihre Wurzeln aus, das Wasser gibt Chloride und Fluoride an die Luft ab und - ganz wichtig - es sammeln sich Mikroorganismen an, die für das Leben der Fische von großer Bedeutung sind. Diese Organismen leben im Bodengrund und im Filter und bauen später Nitrite und Nitrate ab, die durch die Ausscheidungen der Fische entstehen.

Natürlich ist es schwer zu warten, wenn man sich einmal entschieden hat, ein Aquarium zu kaufen. Daher kann man den Prozess beschleunigen, indem man eine Lösung kauft, die die entsprechenden Bakterien bereits enthält. Auch gibt es Präparate, die das Wasser weicher und fischgerechter machen. Hier sollte man sich wieder beraten lassen. Mit Hilfe solcher Mittelchen können Sie Ihr Aquarium schon nach einer Woche besiedeln.


3. Fangen Sie mit "einfachen" Fischen an. Es gibt Fische, die recht unsensibel auf bestimmte Wasserwerte reagieren, friedlich sind und natürlich trotzdem hübsch anzusehen. Lassen Sie sich in Ihrem Fachgeschäft beraten. In verschiedenen Regionen Deutschlands kann die Wasserhärte sehr unterschiedlich sein und es kann nicht schaden, sich nach den lokalen Gegebenheiten zu richten. Wählen Sie nur solche Fische, die sich miteinander gut vertragen und die in verschiedenen Ebenen des Aquariums leben. Pferdekopfschmerlen und Bratpfannenwelse z. B. vergraben sich gern im Bodengrund. Panzerwelse suchen den Boden ab, Siamesische Rüsselbarben tanzen an der Scheibe auf und ab und Schwärme von Salmlern oder Barben halten sich meistens in der Mitte des Beckens auf.

Auch sollte man anfangs agressive Fische wie Kugelfische vermeiden. Die sind zwar allerliebst und auch sehr intelligent, aber sie knabbern gern an appetitlich aussehenden Schwanzflossen ihrer Kollegen im Becken.

4. Zuhause angekommen sollten sie nicht den Inhalt der Tüten einfach ins Aquarium schütten. Nicht nur übertragen Sie so möglicherweise Sporen von Algen, Krankheitserreger und ähnliches, viel schlimmer noch: Ihr neuer Fisch erleidet einen Schock, denn er muss sich erst an das neue Wasser gewöhnen.

Deswegen öffnen Sie erst die Tüte, "krempeln" sie am Rand um und lassen Sie sie so im Wasser Ihres Aquariums treiben. Die Temperatur des Wassers im Becken und in der Tüte gleicht sich dadurch an. Nach einer halben Stunde geben Sie etwas Wasser aus dem Aquarium in die Tüte, ca. ein Wasserglas voll (ein Viertel Liter). Nun können sich die Neuankömmlinge auch an die Beschaffenheit des Wassers (Inhaltsstoffe, Härte) gewöhnen. Nach einer weiteren halben Stunde kommt nochmal Wasser aus dem Aquarium in die Tüte. Nun nehmen Sie einen Eimer, den Sie möglichst nah am Aquarium platzieren sollten. Schütten Sie die Fischtüte aus und zwar durch den Käscher (ein kleines Einfangnetz für Fische), so dass das Wasser abgegossen wird und nur die Fische im Netz zurückbleiben. Nun lassen Sie die armen Tier nicht unnötig zappeln, sondern setzen Sie sofort ins Aquarium und helfen ihnen vorsichtig, sich aus dem Netz zu befreien. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihre Fische plötzlich ganz blass werden - das ist in Stresssituationen oder nach dem Schlaf normal. Alle Fische reagieren unterschiedlich, manche verstecken sich erstmal, andere scheinen sich tot zu stellen. Einige erkunden sofort die neue Umgebung, während wieder andere agressiv sind und sich gegenseitig jagen.


5. Nun werden Ihre neuen Schützlinge bald Hunger haben. Füttern Sie nicht zu viel! Fische wirken fast immer hungrig. Eine gute Faustregel ist es, zweimal am Tag so viel Futter ins Aquarium zu geben, wie die Fische innerhalb von drei Minuten auffressen können. Achten Sie darauf, dass kleinere ängstliche Tier auch etwas bekommen! Die meisten Fische fressen die handelsüblichen Flocken. Es kann aber auch nicht schaden, Tiefkühlfutter zu kaufen. Es muss natürlich geeignet für Ihre Fische sein, also keine Krebschen für winzige Fische oder Mückenlarven für Pflanzenfresser. Ausserdem kann man Lebendfutter selbst züchten oder kaufen. Das Problem ist, dass im Wasser des gekauften Lebendfutters Keime oder Sporen von Algen sein können.

6. Reinigen Sie Ihr Aquarium regelmäßig. Die Fische beschmutzen das Wasser durch ihre Ausscheidungen. Auch Futterreste können zu giftigen Chemikalien verrotten. Wenn das Aquarium gut eingefahren ist, ist es fast ein Biotop - die Pflanzen ernähren sich von den Ausscheidungen der Fische und versorgen das Wasser mit genug Sauerstoff. Trotzdem ist der Raum einfach zu klein für einen echten Lebenskreislauf. Es kann nicht schaden, einmal pro Woche ein Viertel bis Fünftel des Wassers auszuwechseln. Alternativ können Sie alle zwei Wochen ein Viertel bis ein Drittel des Wassers austauschen. Je nach Aquarium kann das eine oder andere die bessere Methode sein. Das Wasser wird durch einen Schlauch in einen Eimer ausgelassen. Man kann noch eine Erweiterung daranstecken, die stärker den Bodengrund absaugt, um Mulm und anderes aufzunehmen. Es sollten sich allerdings auch genug Stoffe im Boden sammeln, um Bakterien eine Heimat zu geben.

Wenn Sie sich für den Kauf eines Aquariums entschieden haben oder bereits eines besitzen, gibt es viele Bücher, die Ihnen weiterhelfen. Interessante Informationen und viele kompetente Antworten auf Fragen erhalten Sie in der Newsgroup de.rec.tiere.aquaristik



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Publiziert am 14.05.2001. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor. Ein Artikel gibt ausschliesslich die Meinung seines Autors wieder, nicht die der webpool GmbH.                                                                                                                  
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