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Da ist es wieder soweit: ich gucke von der Terrasse und sehe das schwarze Auto meiner Kollegin vorfahren. Mein Freund und ich helfen tragen: einen großen Käfig, eine kleine schwarze Kiste, in der die beiden Kaninchen transportiert werden, Streu, Heu, Futter, Freß- und Trinknäpfe. Chica und Chewie reisen mit großem Gepäck, schließlich sollen sie es nett bei uns haben.
Ganz verschreckt bleiben die beiden in ihrem Kistchen sitzen und starren uns mit großen Augen an. Wahrscheinlich haben sie vergessen, daß sie schonmal drei Wochen bei uns waren. Wir setzen sie auf der großen sonnigen Dachterrasse ab und schauen, ob sie von selbst heraushüpfen, aber da ist nichts zu machen. Vor allem Chica ist nicht die unternehmungslustigste. Als wir sie herausheben, hopsen sie erstmal ganz vorsichtig zwischen die großen Blumenkübel und verstecken sich. Meine Kollegin verabschiedet sich - für sie geht's morgen früh los.
 Die gemütlichsten Kaninchen der Welt | Zu Hause dürfen die beiden dauernd frei in der Wohnung heraumlaufen - das ist bei uns nicht drin. Unser Sofa ist relativ neu und wir möchten nicht, daß es komplett perforiert wird. Also ist der Tagesablauf so: Morgens unter Aufsicht eine halbe Stunde herumhoppeln, entweder im Wohnzimmer oder auf der Terrasse, je nach Wetterlage. Dann müssen sie in den Käfig. Das ist aber nicht so schlimm, denn tagsüber dösen sie sowieso meistens. Wenn wir dann von der Arbeit kommen, wird der Käfig aufgemacht und sie dürfen heraus. Auf der Terrasse haben sie richtig Platz: 60 qm und viele viele Pflanzen, die man beschnüffeln und probieren kann. Der kleine Chewie ist ein Feinschmecker: hier ein zarter Bambusschößling, da ein Melonenblättchen und dieses Ziergrass ist ja auch ganz lecker!
In der Wohnung haben wir Laminat - der Horror für die zwei! Also legen wir einen Strohteppich aus (haben wir extra für den Kaninchenbesuch für 20 DM bei Ikea erstanden) und eine Decke und ein Kissen vor die Couch. Nun können sie vom Käfig aus 5 Meter bis zum Sofa rennen und draufhüpfen. Dann klettern sie auf uns herum, hüpfen wieder herunter schnuppern an Pantoffeln und Stuhlbeinen und was Kaninchen so tun.... Und zwischendurch haben sie Kuschelstunde. Chica wirft sich auf die Seite und Chewie kuschelt sich an sie. Oder sie putzen sich gegenseitig. Wer das einmal beobachtet hat, der wird nie wieder ein Kaninchen allein halten wollen. Genüßlich schließt er die Augen halb, während sie sein Gesicht ableckt, an seinen Öhrchen knabbert und sich schließlich neben ihm fallen läßt. Ein Inbild der Gemütlichkeit.
Auf der Terrasse ziehen wir allerhand Salat, Kräuter und Obst. Einiges davon mögen sie gern: Den Asia-Salat, Sauerampfer und Pflücksalat. Beim Anblick anderer Dinge wenden sie voll Ekel den Kopf ab und hopsen davon. Iiih, eine Erdbeere, warum bietet sie mir sowas an?
Dann kommt meine Kollegin wieder. "Ach, laß sie doch das Wochenende über noch bei uns", sage ich ihr. Damit hat sie zum Glück kein Problem. Am Sonntag ist es dann soweit, Frauchen kommt und holt ihre beiden Schätzchen wieder ab. Nach dem ersten Mal habe ich ein bißchen geweint, als die zwei weg waren. Ich habe sie wirklich in mein Herz geschlossen. Diesmal ist es nicht so schlimm - ich bin ganz sicher, daß ich sie bald wiedersehe. Außerdem ist es auch ganz nett, nicht das ganze Wohnzimmer voller Hasenköttel zu haben (die fliegen heraus, wenn die beiden aus dem Käfig springen oder bleiben auch mal im Fell hängen, eigentlich sind sie nämlich stubenrein). Außerdem kann ich abends weggehen, ohne daran zu denken, daß die armen Häschen im Käfig eingesperrt sind. Trotzdem überlegen mein Freund und ich immer wieder, doch welche anzuschaffen. Die müßten dann aber halbwegs frei rumlaufen können. Oder doch eine Katze? Oder einfach mal wieder Kaninchen zu Besuch.... ;-)
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