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 Wettrüsten für den Wolf (Panki0, 27.07.2010, 00:38 Uhr) |
Freitag, 9. Juli 2010 (Sächsische Zeitung)
Wettrüsten für den Wolf
Von Thomas Staudt Schäfer Frank Neumann verzeichnet keine Übergriffe von Wolfsrudeln - seit 2008. Wie er das macht, erregt internationales Interesse.
Fette Beute: 33 Tiere verlor Schäfer Frank Neumann allein 2002 an nur zwei Tagen. Vier vorbeiziehende Jungwölfe hatten den Schaden angerichtet, recherchierte er im Nachhinein. Seit 1998 holte sich "der Wolf" insgesamt 45 Schafe aus seinen Herden. Nun ist seit zwei Jahren Ruhe. Dem Schäfer gelang es in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) ein System zu entwickeln, das den Wolf dauerhaft auf Distanz hält. Der Erfolg spricht sich rum. Inzwischen interessieren sich Wissenschaftler, Politiker und Züchterverbände aus dem In- und Ausland für den kombinierten Herdenschutz. So funktioniert er:
Der Starkstromzaun
In der Lausitz arbeiten Tierhalter beim Herdenschutz mit 90 Zentimeter hohen Europaschutzzäunen, durch die 3000 bis 5000 Volt fließen. Das gibt einen starken, aber nicht tödlichen Stromstoß. Bei nachhaltigen Wolfsangriffen werden zudem Breitbandlitzen auf 1,20 Meter Höhe gespannt. Die Tiere nehmen alles unterhalb der Litze als massives Hindernis wahr. Das schreckt sie ab, denn sie springen nicht gern. Frank Neumann hat das System nach seinen Erfahrungswerten optimiert.
Die Herdenschutzhunde
Der Schäfer kombiniert Schutzzäune und Herdenschutzhunde, die er innerhalb des Zauns patroullieren lässt. Der Rohner arbeitet mit Pyrenäenberghunden. Die Tiere werden schon bei der Schafherde geboren und leben ständig mit ihr. Nähert sich eine Gefahr, reagieren sie aggressiv. Das gilt für Mensch und Tier. "Sie würden aber weder einen angreifenden Wolf totbeißen, noch einen Menschen anfallen", sagt Neumann, der in Deutschland die längste Erfahrung mit der Rasse hat. Die Hunde vertreiben Angreifer durch anhaltendes Gebell. Europaweit gibt es 18 Rassen von Herdenschutzhunden, weltweit sind es 100. Der entscheidende Tipp kam von Marc Landrini aus der Schweiz.
Die Extra-Koppel
Ohne Zutun des Menschen funktioniert das System nicht. Die Hunde sind sensibel. Außerdem können Zäune eingerissen werden. Für die Heuernte, wenn wenig Zeit ist, entwickelte Neumann den so genannten Hochsicherheitstrakt. Dabei zäunt er ein großes Areal ab, das mit Elektrozäunen und Litzen auf 1,40 Meter gesichert ist. Innerhalb kann er ohne viel Aufwand variabel Tageskoppeln abstecken.
Die Wissenschaftler
Nabu-Wolfsexperte Markus Bathen hält das System für erfolgversprechend und deutschlandweit anwendbar. Das Interesse ist groß. Am Sonnabend kommt Sachsens Wolfsmanager André Klingenberger mit 60 Interessierten. Amtstierärzte und Landratsämter klopfen an. Erst vor vier Wochen waren Österreicher da, zuvor Wissenschaftler aus den USA.
Na es geht doch,man muß nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen! Dieser Schäfer verdient meinen höchsten Respekt Gruß Panki |
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