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Tierschutz

Artikel zum Thema Tierschutz:
Hier finden Sie Artikel von Organisationen, Projekten, Tierheimen und Vereinen. Nehmen Sie teil an Diskussionen über artgerechte Tierhaltung, die Abschaffung von Tierversuchen, Pelztier-Zucht, Tiertransporte, Jagd, Fischerei und Walfang. Werden auch Sie zum aktiven Tierschützer und machen Sie auf das Thema Tierschutz aufmerksam!
Tierbild

Tierschutz, 05.02.2018

Partei will seit 1993 die Tierrechte in die Parlamente tragen

Trotzdem ist die Tierschutzpartei keine Ein-Themen-Partei

 So steht es im Grundsatzprogramm der "Partei Mensch Umwelt Tierschutz"
(Kurzname: Tierschutzpartei):
Präambel
Mensch, Tier und Natur sind eine untrennbare Einheit. Der Mensch ist nicht
das Maß aller Dinge.
Diese Erkenntnis ist nicht neu – im Gegenteil! Aber die Menschen haben sie
aus einem falsch verstandenen Überlegenheitsgefühl heraus in
zunehmendem Maße verdrängt.

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Die Folgen sind unübersehbar: So haben der Raubbau an der Natur sowie
die rücksichtslose Ausbeutung unserer tierlichen Mitlebewesen inzwischen
ein nicht dagewesenes Ausmaß erreicht. Die Auswirkungen des respektlosen
Umgangs mit Tier und Natur nehmen mehr und mehr den Charakter von
Katastrophen an (Klima-Veränderung, BSE- und MKS-Krise mit ihren
verheerenden Folgen).

An dieser verhängnisvollen Entwicklung sind nationale und internationale
Politik maßgeblich schuld: Kommerzielle und machtpolitische Interessen
werden zum fast alleinigen Maßstab politischen Handelns. Großzügige
Zugeständnisse an die verschiedensten Interessengruppen sollen
Wählerstimmen sichern. Dabei spielen ethische Erwägungen keine Rolle
mehr.

Die christlichen Kirchen schweigen immer noch zum Leid der Tiere. Zwar hat
bei Einzelpersonen ein Umdenken stattgefunden, das - über den Menschen
hinausgehend - alle Lebewesen, die Freude und Schmerz empfinden, als
Träger eigener moralischer Rechte berücksichtigt. Auf Seiten der offiziellen
Kirchen jedoch ist in dieser Hinsicht keinerlei Unterstützung vorhanden. So
bleibt es allein der Politik überlassen, ob sie sich für die Rechte der stummen
Kreatur einsetzt.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist die erste Partei, die sich wirklich für
die Tiere verantwortlich fühlt! Wir sehen uns aber auch als Anwalt derer, die
selbst keine Lobby bilden können, insbesondere Kranke und
Pflegebedürftige, Behinderte, Opfer körperlicher und seelischer Gewalt, in
Armut lebende Kinder und Obdachlose. Die berechtigten Anliegen dieser
Menschen müssen wirksam durchgesetzt werden. Lebensachtung in all ihren
Formen schließt immer auch den respektvollen und schonenden Umgang mit
der Natur ein. Naturschutz hat bei uns einen hohen Stellenwert und zieht
sich wie ein roter Faden durch unser Programm.

Um der vielfältigen Aufgaben willen, die es zu erfüllen gilt, rufen wir alle
Menschen auf, sich uns anzuschließen. Es ist höchste Zeit, die Lehren aus
fortgesetztem politischen Fehlverhalten und verhängnisvollen Versäumnissen
zu ziehen. Nur der feste Entschluss, die Rechte aller - der Menschen, der
Tiere und der Natur - gleichgewichtig zu berücksichtigen, wird ein Leben auf
diesem Planeten ermöglichen, das ethischen Maßstäben gerecht wird.

Der ganzheitliche Ansatz der Partei Mensch Umwelt Tierschutz -
Tierschutzpartei - bietet dafür die besten Voraussetzungen.
1. Tierschutz- und Tierrechtspolitik
1.1. Die Rechte der Tiere

Noch niemals sind Tiere in so riesiger Zahl tagtäglich derart gequält worden,
wie dies in unserer Zeit der Fall ist.

Die Gründe sind bekannt: Es regiert das Geld. Die Tiere sind der Ausbeutung
durch den Menschen, speziell in Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft,
hilflos ausgeliefert. Ihre Lage hat sich in den letzten Jahrzehnten mit
zunehmender Kommerzialisierung und Intensivierung drastisch
verschlechtert. Durch die verfehlte Agrarpolitik der EU und aufgrund des
Zusammenwachsens der internationalen Märkte nimmt das weltweite
Tierelend zu, die Zahl der misshandelten Tiere steigt ständig weiter an.
Derartige Zustände hätten erst gar nicht eintreten können, wenn die
nationalen Tierschutzgesetze einen tatsächlichen Schutz der Tiere
garantieren würden; in Wahrheit dienen sie in erster Linie dazu, die
gnadenlose Ausbeutung der Tiere in den verschiedenen Lebensbereichen
rechtlich abzusichern! Und die wenigen Möglichkeiten, die z.B. das deutsche
Tierschutzgesetz zugunsten der Tiere bietet, werden durch grundgesetzlich
verbriefte Rechte wie Freiheit von Forschung und Lehre, von Kunst,
Wissenschaft und Religion sowie durch freie Berufsausübung mit einem
Federstrich ausgehebelt.

Damit muss endlich Schluss sein!

Der Tierschutz gehört mit einem eigenen Artikel ins Grundgesetz, damit in
Zweifelsfällen zwischen einander entgegenstehenden Rechtsgütern
abgewogen werden muss: Damit würde auch dem Wertewandel in der
Bevölkerung endlich Rechnung getragen. Unübersehbar ist die zunehmende
Anerkennung des Tieres als empfindungsfähiges Mitgeschöpf, das viele
Eigenschaften mit dem Menschen gemeinsam hat: die Fähigkeit zu Freude
und Trauer, zu Liebe, Schmerz und Todesangst. Mit diesem
Bewusstseinswandel wächst in der Bevölkerung auch das Bedürfnis, den
Tieren ein Dasein zu ermöglichen, das frei ist von Willkür und Gewalt.

Hier wird ein zentrales Anliegen unserer Partei deutlich: Im Unterschied zu
verschiedenen Strömungen in der Vergangenheit steht für uns die
konsequente Bewahrung tierlicher Einzelindividuen vor psychischer und
physischer Schädigung seitens des Menschen im Mittelpunkt. Dies
geschieht um ihrer selbst willen und nicht im Hinblick auf irgendwelche
Vorteile des Menschen.

Wir sehen uns damit als Teil der Tierrechtsbewegung, die den Gedanken des
Tierschutzes fortentwickelt. Die besondere Aufgabe besteht für uns darin,
die Ziele dieser Bewegung politisch durchzusetzen. Wir verstehen uns als
Wegbereiter eines neuen politischen Selbstverständnisses, das
gekennzeichnet ist durch die Abkehr vom anthropozentrischen Denken
zugunsten einer Politik der Mitgeschöpflichkeit. Dabei gehen wir davon aus,
dass die Tiere, ebenso wie die Menschen, unveräußerliche Grundrechte
besitzen, die nur in Fällen konkreter Notwehr angetastet werden dürfen.

Die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz ist der erste notwendige
Schritt auf dem Weg zur politischen Durchsetzung dieser legitimen Rechte
gewesen!

Aber die jetzige Minimalformulierung der etablierten Parteien in Art. 20a ("
und die Tiere") ist uns zu wenig. Vielmehr gehört der Schutz der Tiere mit
einem eigenen Artikel (20b) ins Grundgesetz.

Unser Vorschlag lautet: "Tiere haben als unsere Mitgeschöpfe um ihrer selbst
willen das Recht auf Leben, das Recht auf Unversehrtheit und das Recht auf
Freiheit. Entsprechend ihrem Schmerzempfinden, ihren Gefühlen und ihren
Bedürfnissen sind ihnen zudem arteigene Rechte einzuräumen. Diese Rechte
dürfen
von Menschen nur im Falle der Notwehr oder, wenn ihre Einhaltung bei der
Befriedigung essentieller menschlicher Bedürfnisse nicht mit
verhältnismäßigem Aufwand möglich ist, beschnitten werden. Zu diesen
menschlichen Bedürfnissen zählen etwa der Hausbau, die Fortbewegung
oder die Nahrungsmittelgewinnung. Hierbei dürfen Tiere jedoch niemals
gezielt ausgebeutet oder getötet werden."

Weitere Schritte müssen folgen: Sowohl auf Bundes- als auch auf
Landesebene sind Ministerien für Tierschutz einzurichten, die mit weiteren
Aufgaben aus anderen Ressorts betraut werden können. Dabei ist darauf zu
achten, dass diese zusätzlichen Aufgaben weder direkt noch indirekt etwas
mit der Nutzung von Tieren zu tun haben.

Darüber hinaus fordern wir die Einsetzung unabhängiger
Tierschutzbeauftragter in allen Bundesländern. Sie sind vom jeweiligen
Landesparlament zu wählen; ihre Aufgaben sind gesetzlich zu verankern.
Tierschutzbeauftragte müssen glaubwürdige, engagierte und kompetente
Anwälte der Tiere sein, Kontroll- und Klagerechte erhalten, hauptamtlich für
den verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit dem Tier arbeiten
können, mit gesellschaftlichen Gruppen, Tierschutzbeirat, Verwaltung und
Landesparlament (jährliche Berichtspflicht) zusammenarbeiten, um ein
höchstmögliches Maß an effektivem Tierschutz zu erwirken.

Im Folgenden stellen wir unsere wichtigsten Anliegen dar:
1.2 Verbot sämtlicher Tierversuche

Unter Tierversuchen verstehen wir Eingriffe an Tieren, die zu Schmerzen,
physischen oder psychischen Leiden und Schäden und/oder zum Tod der
Versuchstiere führen.

Tierversuche und die darauf basierende Medizin sind ein Irrweg, der
schnellstmöglich verlassen werden muss. Sie sind ethisch zutiefst
verwerflich, da sie die Wehrlosigkeit der Tiere in brutaler Weise ausnutzen.
Außerdem sind sie aus methodenkritischer Sicht abzulehnen. Es genügt der
gesunde Menschenverstand, um zu begreifen, dass die Ursachen
menschlicher - in vielen Fällen psychisch beeinflusster - Krankheiten nicht
durch die Resultate von Versuchen mit künstlich geschädigten Tieren erkannt
und geheilt werden können! Daraus folgt, dass die zahllosen Nutznießer von
Tierversuchen, die mit dieser besonders perfiden Art von Tierausbeutung ihre
Karrieren fördern bzw. ihre milliardenschweren Geschäfte machen, die
Bevölkerung bewusst irreführen. Ihre Behauptung, durch Tierversuche
könnten menschliche Krankheiten vermieden bzw. behoben werden, dient
einzig und allein ihrer Profilierung, der weiteren Profit-Maximierung sowie der
Abwehr von Regressforderungen, wenn Schäden beim Menschen, z.B. durch
Medikamente entstehen.

Aus den genannten Gründen setzen wir uns für das ausnahmslose Verbot
aller Tierversuche ein, z.B. in der Grundlagenforschung, der Gentechnik (s.
Punkt 3), der Medizin, im Studium, in der Toxikologie und
Produktentwicklung, in der Rüstungs- und Weltraumforschung, in der
Lebensmittel- und Pharmaforschung ebenso wie in der Kosmetik sowie in
Abwassertests.

EU-weit sind die zahlreichen tierversuchsfreien Methoden - gegen den
Widerstand einschlägiger Interessengruppen - endlich zur Anwendung zu
bringen. Die geforderte Validierung durch Abgleichung mit Tierversuchs-
Resultaten darf nur ohne weitere Tierversuche vonstatten gehen.

Dazu ein wichtiger Hinweis: Angesichts der Tatsache, dass Tierversuche
selbst nie validiert (= rechtsgültig gemacht) wurden, ist die genannte
Bedingung für die Anerkennung tierversuchsfreier Verfahren ein Unsinn in
sich. Sie dient eindeutig einer Verzögerungstaktik - nicht zuletzt im Hinblick
darauf, dass die Schädlichkeit von Substanzen im Reagenzglas weit
schneller und eindeutiger erkannt werden kann, was eine profitträchtige
Vermarktung der Produkte erschwert.

Im Hinblick auf die Tragweite des Problems Tierversuche - mit den damit
verbundenen unsäglichen Qualen für die Tiere einerseits und den negativen
Auswirkungen für den Menschen andererseits - ist die Abschaffung dieser
lebensfeindlichen Brutalforschung eines unserer vorrangigen Ziele!
1.3 Tierhaltung in der Landwirtschaft

Von unserem Selbstverständnis her sehen wir uns als wichtigen Teil der
Tierrechtsbewegung, deren Anliegen wir zu politischem Durchbruch
verhelfen wollen (s. Punkt 1.1). Es geht allem voran um das Recht auf Leben
und körperliche Unversehrtheit. Diesem Ideal kommt der sog. tierlose
Landbau am nächsten, wo aus ethischen Gründen auf Tierhaltung (und die
damit verbundene Tiertötung) verzichtet und das Obst und Gemüse ohne
Dünger tierlicher Herkunft ökologisch erzeugt wird.

Dieser Art und Weise, Landwirtschaft zu betreiben, entspricht die vegane
Ernährungsform, die ausschließlich auf pflanzlichen Produkten basiert. Dies
ist der konsequenteste Weg, Tierleid zu vermeiden.

Als realistische Übergangslösung befürworten wir die Bewirtschaftung mit
sog. artgerechter Tierhaltung. In diesem Zusammenhang sehen wir die im
weitesten Sinn vegetarische Lebensweise (Ergänzung der Pflanzenkost durch
Milchprodukte und ggf. Eier) als einen Schritt in die richtige Richtung an. Der
schrittweise Verzicht auf das Fleisch der Tiere hat bereits eine Abnahme der
Tierzahl zur Folge - eine wichtige Voraussetzung für den notwendigen
Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Viel zu wenig bekannt sind die weit reichenden positiven Auswirkungen einer
fleischlosen Ernährung:

Sie begünstigt in hohem Maße eine natürliche und gesundheitsfördernde
Landwirtschaft.
Die geringere Zahl von "Nutztieren" bedeutet zumindest quantitativ eine
Minderung des Tierleids.
Die eigene Gesundheit wird unterstützt (keine Aufnahme von Rückständen
im Fleisch, wie Antibiotika, Wachstumshormone usw.; Vermeidung von
Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Gicht, Rheuma, Herz-Kreislauf - und
Krebs-Erkrankungen, Allergien u.a.m.).
Es wird ein Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung geleistet. Indirekt
verzehrt ein Viertel der Menschheit über das Fleisch rund 40 Prozent der
Welternte an Getreide. Im Vergleich: Ein Stück Land, das ausreicht, 12
Vegetarier zu ernähren, kann nur einen Fleischesser versorgen. Der Hunger in
der so genannten Dritten Welt nimmt in dem Maße ab, in dem damit Schluss
gemacht wird, den Einheimischen Land zur Erzeugung von Futtermitteln zu
entziehen, mit denen die "Nutztiere" der reichen Industrieländer gemästet
werden.
Es fällt weniger Gülle an; dadurch Verminderung des Nitratgehalts im
Grundwasser, mit positiven Auswirkungen auch auf die menschliche
Gesundheit.
Der Boden wird weniger belastet. Es besteht keine Notwendigkeit mehr für
Monokulturen, die den Zweck haben, die riesigen Mengen anfallender Gülle
aufzunehmen (fast ausschließlich Maisanbau). Dies wiederum erlaubt den
weitgehenden Verzicht auf Herbizide, Insektizide und Fungizide, welche die
Bodenökologie verändern, ins Grundwasser eindringen sowie als
Rückstände in Lebensmitteln erscheinen.
Mit einem möglichst niedrigen Tierbestand gehen auch die schädigenden
Auswirkungen des sauren Regens zurück (weniger Verdunstung
ammoniakhaltiger Gülle, die neben Industrie- und Autoabgasen nicht
unerheblich zum sauren Regen beiträgt).
Weniger Ausstoß von Methan-Gas aus den Mägen der Rinder, das als 20-
mal so klimaschädlich gilt wie Kohlendioxyd.
Die positiven Auswirkungen einer Ernährung ohne Fleisch reichen u.a. bis
zum südamerikanischen Regenwald (auch "Lunge der Welt" genannt). Es
besteht dann kein Grund mehr für Abholzung zwecks Gewinnung von noch
mehr Weideland für weitere Tierherden.

Fazit: Jeder trägt durch sein Ernährungsverhalten gewissermaßen
Mitverantwortung für den Zustand der Erde. Darüber aufzuklären erscheint
wichtig und notwendig. Nur ein grundlegender Bewusstseinswandel schafft
Veränderungen - die natürlich nicht von heute auf morgen zu erreichen sind.
Es kann sich also zunächst nur darum handeln, schrittweise voranzugehen.

Bis zur vollständigen Abschaffung jeglicher Tierausbeutung befürworten wir
kurzfristig die folgenden Verbesserungen.

Auf die Tiere bezogen bedeutet dies: Jede Intensiv- und Massentierhaltung
von Säuge- bzw. Wirbeltieren mit Anbindehaltung und lebenslangem
Einpferchen auf kleinstem Raum ist sofort und ausnahmslos zu verbieten.
Die Abschaffung von Hühnerbatterien und ähnlichen Anlagen zur Haltung von
Puten, Enten, Gänsen, Kaninchen, Straußen usw. ist längst überfällig.

Für das Wohlbefinden der Tiere sind artgerechte Ernährung (kein
Kadavermehl!), angemessene Bewegungsmöglichkeiten (täglich frische Luft,
Weidegang) sowie Einstreu an den Schlafplätzen die wichtigsten
Voraussetzungen.

Die unausweichliche Gewaltanwendung beim Tötungsvorgang muss " soweit
überhaupt möglich " stressarm erfolgen. Geschieht die Prozedur nicht vor
Ort, so sollte die Transportzeit zum nächstgelegenen Schlachthof maximal
zwei Stunden nicht überschreiten, wobei unterwegs Belüftung und
ausreichend Platz zu gewährleisten sind (notfalls Einsatz von
Schlachtmobilen). Zeitlich darüber hinausgehende Transporte und alle
Exporte lebender Schlachttiere müssen umgehend verboten werden. Die
widersinnigen Subventionen aller Schlachttiertransporte (unsere
Steuergelder!) sind sofort einzustellen. Lebendtiertransporte zu weit
entfernten Schlachthöfen sind ausnahmslos durch Fleischtransporte zu
ersetzen. Die sofortige Umsetzung dieser Forderungen ist eines unserer
wichtigsten Anliegen.

Ist das Schlachten an sich schon schlimm genug, so potenziert sich für die
Tiere das Ausmaß des Schreckens und der Qualen noch durch das
Schlachten im Akkord, bei dem sie nicht selten unbetäubt in den
Tötungsvorgang hineingeraten. Unter allen Umständen ist dergleichen zu
verhindern, und zwar durch verstärkte Kontrollen seitens der zuständigen
Veterinäre und den ständigen Einsatz von Videokameras. Zuwiderhandlungen
gegen die gesetzliche Betäubungspflicht sind zu bestrafen!

Ein Sonderproblem stellt das Schächten - das vorsätzliche betäubungslose
Schlachten - dar. Mit allem Nachdruck lehnen wir das Urteil des
Bundesverfassungsgerichts vom 15.01.2002 ab, das den moslemischen
Mitbürgern (wie zuvor bereits den jüdischen) rechtswidrige
Ausnahmeregelungen zum Zweck des betäubungslosen Schlachtens
einräumt. Grausamkeiten, sei es bei Mensch oder Tier, können unter keinen
Umständen hingenommen werden, schon gar nicht mit dem Hinweis auf eine
Religion oder Tradition. Wir sehen mit diesem Urteil das Recht der Tiere auf
Schutz vor unerträglichen Schmerzen sowie das Recht der mitgeschöpflich
empfindenden Menschen auf körperliche und seelische Unversehrtheit in
gröbster Weise verletzt. Dieses Urteil muss wieder aufgehoben werden,
sobald die Verankerung der von uns vorgeschlagenen Tierrechte im
Grundgesetz erfolgt ist.
1.4 Jagd

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - sieht im Töten wild
lebender Tiere grundsätzlich keine geeignete Verfahrensweise, um
ökologische Stabilität herzustellen oder aufrechtzuerhalten. Vielmehr ist
davon auszugehen, dass die Jagd unsere Restnatur dauerhaft in ihrem
Bestand schädigt. Sie zerstört Tiergemeinschaften, destabilisiert natürliche
Gleichgewichte, neurotisiert wild lebende Tiere und zwingt sie in
artuntypische Verhaltensweisen (z.B. Nachtaktivität durch hohen Jagddruck,
unnatürliche Tierkonzentration an Futterstellen). Jagd führt zu enormem
individuellen Stress und missachtet vorsätzlich die grundlegendsten
Bedürfnisse der betroffenen Wildtiere. Dass darüber hinaus der Jagd nicht
jene ökologische Bedeutung zukommt, die ihr von Jägerseite aus immer
wieder zugesprochen wird, ist für jede einzelne Tierart anhand
wissenschaftlicher Untersuchungen belegbar.

Wir setzen uns für die vollständige Abschaffung der Jagd und des
Jagdtourismus ein. Die Situation in langfristig jagdfreien Gebieten zeigt, dass
ein Jagdverbot nicht nur für Natur und Tierwelt positive Folgen hat, sondern
es außerdem den Menschen erleichtert, ein positives Verhältnis zur Mitwelt
zu gewinnen. Ziel ist es daher, aus ethischen Gründen einerseits, aus
ökologischen Überlegungen andererseits die Jagd generell zu verbieten, das
Bundesjagdgesetz mitsamt den Landesjagdgesetzen abzuschaffen und die
aus diesen Bereichen kommenden Fragestellungen in die Natur- und
Tierschutzgesetzgebung einzugliedern.

Für die Vergabe von Mitteln zur Entwicklungshilfe ist die uneingeschränkte
Beachtung und Durchsetzung internationaler Tierschutzabkommen seitens
der unterstützten Länder zu einer notwendigen Voraussetzung zu machen.
Jegliche Förderung mit Hilfe von Geldern für die wirtschaftliche
Zusammenarbeit, die die Unterstützung oder Etablierung der Trophäenjagd in
einem bestimmten Land vorsehen, ist abzulehnen und zu streichen.
1.5 Sportangeln und Fischerei

Fische verfügen über eine grundsätzlich mit Säugetieren vergleichbare
Schmerzempfindlichkeit, die überdies in der Mundhöhle besonders
ausgeprägt ist.

Fische sind durch Fischerei und oftmals beim Sportangeln einem qualvollen
Erstickungstod ausgesetzt. Hinzu kommt, dass von einer wie auch immer
gearteten Erfordernis des Sportangelns nicht die Rede sein kann; vielmehr
stört das Aussetzen oder Fördern besonders begehrter Fischarten das
natürliche Gleichgewicht in Seen, Flüssen und Bächen nachhaltig. Für Angler
nicht interessante Arten werden demgegenüber in vielen Fällen systematisch
zurückgedrängt. Aus diesen Gründen lehnen wir das Sportangeln ab.

Solange noch Fische und andere im Wasser lebende Tiere gegessen werden,
muss zumindest die systematische Vernichtung der Wale und Thunfische
sowie die Treibnetzfischerei durch die Hochseeflotten national und
international verboten werden. Die Weltmeere sind zu zwei Dritteln von den
internationalen Hochseeflotten überfischt. Dadurch wird das ökologische
Gleichgewicht gefährdet.
1.6 Pelze

Es ist in unserer modernen Gesellschaft nicht zu akzeptieren, dass Tiere zur
Produktion von Bekleidung und sonstigen Waren gequält und getötet
werden. Aus Sicht unserer Partei ist nicht nur das Verbot der "Produktion"
von Pelzen und des Verkaufs, sondern auch des Imports überfällig. Dabei ist
es vollkommen gleichgültig, ob die betreffenden Pelze von in ihrem Bestand
bedrohten Arten (d.h. unter Artenschutzabkommen fallende) stammen oder
nicht. Ebenso wenig spielt es eine Rolle, ob die Tiere wegen ihres Pelzes
oder im Rahmen ohnehin fragwürdiger "Schädlings-
Bekämpfungsmaßnahmen" getötet werden.

Das Züchten und Töten von Tieren zum Zweck der Pelzgewinnung ist ebenso
wie die Verfolgung wild lebender "Pelztiere" wie Fuchs und Marder sofort
und ohne Übergangszeit zu unterbinden. Wir setzen uns dafür ein, dass die
augenblicklich noch in Pelzfarmen eingesperrten Tiere nach einer
angemessenen Gewöhnungsphase unter fachkompetenter Aufsicht in die
freie Natur entlassen werden. Bestehen hierfür (beispielsweise bei
faunenfremden Arten wie Minks) ökologische Bedenken, so sollten die Tiere
in einem geeigneten Territorium, nötigenfalls dem Ausland, ausgewildert
werden. Pelztiere, die aufgrund der in der Pelztierzucht üblichen
katastrophalen Haltungsbedingungen nicht mehr für eine Auswilderung in
Frage kommen, müssen in geeigneten Gehegen bis zu ihrem natürlichen
Tode gepflegt werden.
1.7 Vogelmord

Ein EU-einheitliches Verbot der Bejagung von Vögeln aller Art ist dringend
notwendig. Die Bestände der Zugvögel nehmen durch die immer noch in
einigen Ländern stattfindenden massenhaften Tötungen rapide ab. Das ist
ein schwer wiegender, nicht wieder gutzumachender Eingriff in den
Naturhaushalt. Dieser grausame Massenmord ist - im Rahmen von EU-
Verordnungen - umgehend zu beenden!
1.8 Stierkämpfe und andere "Volksbelustigungen" auf Kosten der Tiere

Der Stierkampf z.B. ist eine der übelsten Tierquälereien, die noch dazu als
"traditionelles Kulturgut" hochstilisiert wird. Deutsche Touristen unterstützen
zudem diese Kulturschande in den entsprechenden Ländern. Es gehört mit
zu unseren Aufgaben, diesen abartigen Tourismus-Attraktionen durch
Aufklärung entgegenzuwirken!
1.9 Haustiere

Haustiere tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft ein lebendiges Gesicht
behält. Sie sind eine Bereicherung des Familienlebens, lehren Kinder
Verantwortung zu übernehmen, helfen Menschen jeder Altersstufe über
Kummer und Einsamkeit hinweg. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen,
vor allem dann, wenn Familienangehörige fehlen (s. Punkt 6.1 und 7.2). Ein
Haustier sollte jedoch nur dann Einzug halten, wenn die
Rahmenbedingungen dies zulassen: Wichtige Voraussetzungen müssen
erfüllt sein, wie fürsorgliche menschliche Zuwendung, artgemäße
Bewegungsmöglichkeiten und zuträgliche Ernährung. Ist dies alles nicht zu
gewährleisten, sollte zugunsten der Tiere Verzicht geübt werden!

Im Einzelnen fordern wir auf gesellschaftlicher Ebene:

Zulassung von Tieren in Seniorenheimen (s. Punkt 7.3).
Gesetzliche Erlaubnis für Mieter, Haustiere in einer für die Tiere selbst und
für die Mitbewohner akzeptablen Weise zu halten.
Beschränkung von gewerbsmäßiger Zucht sowie gewerbsmäßigem Handel
mit Haustieren durch Erlass eines Haus- und Heimtierzucht-Gesetzes. Die
unkontrollierte Vermehrung sorgt für mehr Nachwuchs, als Nachfrage
vorhanden ist. Die Folge ist die Tötung vor allem der Tiere, die in ihren
Merkmalen nicht dem Zuchtideal entsprechen. Mit dieser Beschränkung
gehören vor allem auch die Qualzüchtungen der Vergangenheit an, die den
Tieren das Leben zur Tortur machen.
Mit Nachdruck fordern wir, dass Schluss gemacht wird mit der Einstufung
von Hunden als so genannte Kampfhunde aufgrund ihrer
Rassezugehörigkeit. Es kommt einzig und allein auf den Menschen an, ob
der Hund aggressiv oder sanftmütig ist. Mit aller Entschlossenheit ist das
kriminelle Fehlverhalten von Menschen zu ahnden, welche die Tiere
absichtlich zu "Kampfmaschinen" abrichten. Vor allem kräftige Hunde sind
natürlich in Gefahr, in dieser Weise missbraucht zu werden. Diesem
Übelstand kann nur durch massive strafrechtliche Verfolgung ein Riegel
vorgeschoben werden.
Wegfall der Hundesteuer: Stattdessen behördliche Registrierung,
verbunden mit einer gesetzlichen Haftpflichtversicherung und
unverwechselbarer Kennzeichnung (Chip). Außerdem Einführung einer
Hundeführerschein- Prüfung für die Halter mittlerer bis großer Hunde.
Um dem immer größer werdenden Problem der Population von
Streunerkatzen Herr zu werden, die aus unkontrollierter Vermehrung von
Freigänger-Katzen hervorgehen, fordern wir die Einführung einer
Kastrationspflicht für Katzen. In deutschen Großstädten beispielsweise leben
teils mehrere zehntausend verwilderte Hauskatzen, von denen viele leiden,
da sie nicht genug Nahrung finden, von Menschen verjagt oder gar vergiftet
werden.
Einführung eines Sachkundenachweises für Menschen, die Haustiere
kaufen oder adoptieren wollen: Um die artgerechte Haltung von Haustieren
gewährleisten zu können, ist es dringend erforderlich, eine Art Haustier-
Führerschein einzuführen. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein
Mindestmaß an Wissen über die richtige Ernährung, richtiges Verhalten dem
Tier gegenüber und ein Verständnis über dessen Bedürfnisse beim künftigen
Tierhalter vorhanden ist und somit dem Tier ein würdevolles und gesundes
Leben ermöglicht sowie Probleme mit Mitmenschen vermieden werden. Die
heutzutage leider triviale Haustieranschaffung muss durch Aufklärung und
Nachweis von Wissen über das gewünschte Tier erschwert werden. Nur wer
wirklich verstanden hat, was es bedeutet, sich um ein anderes Lebewesen
bis zu dessen Tod zu kümmern und dies mit einem Sachkundenachweises
auch belegen kann, sollte die Erlaubnis bekommen, sich ein Tier
anzuschaffen. Dieser soll kostenpflichtig sein, außer, wenn das Tier aus dem
Tierheim oder als Fundtier adoptiert wurde.

1.10 Zoo und Zirkus

Das Dressieren und Zurschaustellen von Tieren lehnen wir grundsätzlich ab,
weil dies einen empfindlichen Eingriff in ihre spezifische Lebensweise
bedeutet. Selbst der Versuch, ihren angestammten Lebensraum (auf den all
ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse fein abgestimmt sind) zu imitieren, kann
das Wohlbefinden der Tiere nur ungenügend verbessern. Die Haltung und der
Transport in Käfigen macht Tiere zu psychischen und physischen Krüppeln,
besonders diejenigen, die von Natur aus in Herden leben und weite Wege
zurücklegen. Die Dressur - teilweise mit Ketten, Peitsche und anderen
Requisiten - soll den Willen des Tieres brechen. Auf diese Weise erniedrigt,
wird das Tier mit unsinnigen Darbietungen seiner letzten Würde als
Lebewesen beraubt. Das Zoo- und besonders das Zirkusleben ist für die
Tiere mit Quälerei verbunden. Zirkusdarbietungen sind auch ohne Tiere
unterhaltsam. Zoologische Gärten können für eine Übergangsfrist als
Unterbringungsort für ungewollte (insbesondere Exoten) und missbrauchte
Tiere verwendet werden. Langfristiges Ziel ist aber die Abschaffung auch der
Zoologischen Gärten.
1.11 Leistungssport ohne Tiere

Ein Tier darf nicht zu Hoch- und Höchstleistungen gezwungen werden. Die
Züchtung im Hinblick auf sportliche Leistungsfähigkeit muss verboten
werden (dies gilt z.B. auch für Pferde und Brieftauben). Tiere sind keine
Wettkampfmaschinen, deshalb darf ausschließlich der den Tieren natürlich
angeborene Spieltrieb, ihre Freude und Lust an der Bewegung, für sportliche
Betätigungen genutzt werden.
1.12 Diskriminierte Tiere

Ratten sind besser als ihr Ruf. Sie sollen nicht länger als Ekeltiere angesehen
werden! Wir sprechen uns gegen die Massenvernichtung von Ratten aus.
Probleme mit einer Überpopulation haben wir uns in erster Linie selbst
zuzuschreiben, indem wir unsere Abfälle unkontrolliert wegwerfen. Ratten
üben im Abwassersystem eine wertvolle Reinigungsfunktion aus und beugen
so Epidemien vor.

Der Krieg gegen die Stadttauben muss aufhören! Es ist wissenschaftlich
erwiesen, dass Tauben kein Gesundheitsrisiko darstellen. Ebenso steht fest,
dass die Schädigung der Bausubstanz nicht durch Taubenkot, sondern durch
Luftschadstoffe (saurer Regen) verursacht wird. Wir fordern die Aufhebung
der Fütterungsverbote sowie der Vernichtungsprogramme. Außerdem setzen
wir uns ein für das Verbot von Taubenabwehrmaßnahmen wie Spieße und
Netze. Zur Bestandsregulierung befürworten wir den Bau von
Taubenschlägen oder Taubenhäusern, in denen ein Gelegeaustausch
stattfinden kann.

In vielen Städten wird die z.T. große Zahl von Stadttauben beklagt. Dabei
wird übersehen, dass die Brieftaubenzucht wesentlich zu dem Problem
beigetragen hat und weiterhin beiträgt! Denn: Viele Stadttauben sind
ausgewilderte Zuchttauben. Wir treten daher für ein Verbot der
Brieftaubenzucht ein, um auf diese Weise den dauerhaften "Nachschub" zu
unterbinden.

Die Stadttaube ist also keine Wildtaube, sondern ein durch Vermischung mit
Zuchttauben an den Menschen angepasstes "Haustier". Daraus ergibt sich
die Verpflichtung des Menschen, für eine kontrollierte Fütterung der Tiere zu
sorgen!

Wir fordern das Verbot der Bekämpfung so genannter Schädlinge mit Giften.
Alle Versuche, in welchem Teil der Welt auch immer, frei lebende Wildtiere
durch die gezielte Anwendung von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien
usw. zu dezimieren oder auszurotten, werden verurteilt.
1.13 Exotische Tiere

Exotische Tiere können in unseren Breitengraden nicht artgerecht gehalten
werden. Sie verkümmern fern von ihren natürlichen Lebensräumen. Die
Verlustrate allein schon beim Fang und Transport ist alarmierend. Bis zu zehn
Wildvögel beispielsweise müssen elendig umkommen, damit ein einziger
Käfigvogel seinen Bestimmungsort erreicht. Wir lehnen daher jeden Import
von Exoten ab. Nicht nur direkt vom Aussterben bedrohte Tierarten
verdienen unseren Schutz. Jedes Tier hat ein Recht auf Leben in seiner
natürlichen Umgebung.

Dieses im Jahr 2002 erstellte Grundsatzprogramm unserer Partei stellt
möglichst umfassend die Defizite dar, die im Umgang des Menschen mit den
Tieren bestehen, und bietet Lösungsmöglichkeiten an. Wir werden unseren
Beitrag dazu leisten, diese Defizite Schritt für Schritt abzubauen. Es ist im
neuen Jahrtausend höchste Zeit, dass auch den nichtmenschlichen
Lebewesen endlich ein würdiges Dasein auf dieser Erde ermöglicht wird.
Damit wird auch entscheidend zu einer Humanisierung des Menschen
beigetragen!
2. Gesundheitspolitik
2.1 Ganzheitliche Medizin

"Allem Physischen entspricht ein Seelisches und ein Geistiges, die nicht
getrennt voneinander existieren, sondern mit dem Körperlichen in
unentwegter Wechselwirkung stehen." (Paracelsus)

Nach dieser Erkenntnis sind Erkrankungen häufig das sichtbare Ergebnis
einer schon über längere Zeit bestehenden, unbemerkten Disharmonie in
dem komplizierten Gefüge von Körper, Geist und Seele. So können äußere
Faktoren wie Umweltbelastung, falsche Ernährung, Genussgifte, Stress oder
auch seelische Belastungen die Ursache organischer Störungen sein.

Vor gesundheitlichen Risiken muss eindringlicher und ehrlicher als bisher
gewarnt, die Aufklärung verstärkt und die Eigenverantwortung des Einzelnen
durch Anreize gestärkt werden. Der Mensch muss wieder lernen, dass er für
seinen Gesundheitszustand selbst verantwortlich ist. Deshalb sollten
vorbeugende Maßnahmen, wie z.B. Rückenschulen und
Ernährungsseminare, von den Krankenkassen wieder finanziert werden. Sieht
der Mensch in der Krankheit einen Hinweis darauf, dass er in seinem Denken
und Handeln etwas verändern muss, ist damit bereits der erste Schritt zur
Heilung vollzogen. In jedem Lebewesen liegt ursprünglich der Wille zur
Selbsterhaltung und zur Selbstheilung. Krankheit ist u. a. auch ein Zeichen
dafür, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht ausgereicht haben,
um einen belastenden Konflikt zu lösen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Erhaltung und Wiederherstellung seiner
Gesundheit. Die freie Entscheidung der Patienten zwischen Schulmedizin
und Naturheilverfahren ist zu gewährleisten.

Die einseitig naturwissenschaftlich ausgerichteten Grundlagen der
gegenwärtigen Medizin müssen durch ein ganzheitliches Konzept ergänzt
werden, das den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele
betrachtet (Spezialistentum nur in Verbindung mit Ganzheitsmedizin).

In einer ethisch ausgerichteten Medizin haben Tierversuche keinen Platz.
Alternative Behandlungsmethoden, z.B. Homöopathie, Phytotherapie,
Akupunktur, unterstützen eine ursächliche Heilung und dienen nicht einer
bloßen Symptombekämpfung. An den Universitäten sind in größerem
Umfang als bisher entsprechende Lehrstühle einzurichten. Um den
angehenden Arzt umfassend auf seine künftigen Aufgaben vorzubereiten,
sind Psychotherapie wie auch Sozialmedizin stärker als bisher, vor allem
aber die Ernährungslehre und Gesundheitsvorsorge verbindlich in den
Studienkatalog aufzunehmen. Abiturzeugnis und Medizinertest dürfen nicht
weiterhin allein die Zuteilung eines Studienplatzes bestimmen.
Voraussetzung für die Zulassung zum Medizinstudium soll auch eine
entsprechende ethische und moralische Einstellung sein.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - unterstützt alle
Maßnahmen zur Etablierung ethisch verantwortlich handelnder Ärzte.

Die privaten wie gesetzlichen Krankenkassen müssen in ausreichendem
Umfang dem Wunsch von immer mehr Menschen nach einer alternativen
Medizin Rechnung tragen.

Wir fordern eine grundlegende Gesundheitsreform, in der auch die Probleme
der gesetzlichen Krankenversicherung innerhalb der Versicherungsträger
gelöst werden (z.B. Abbau der Bürokratie, Ausgliederung
krankenversicherungsfremder Leistungen und deren Finanzierung über
Steuern). Prävention und Krankheitsfrüherkennung müssen absoluten
Vorrang haben und sollten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein.

Die auf Alkohol und Nikotin erhobenen Steuern sollen direkt in das Budget
der Krankenkassen einfließen. Im Interesse des Jugendschutzes ist die
Aufklärung über Suchtgefahren zu intensivieren und die Tabak- und
Alkoholwerbung weiter einzuschränken.
2.2 Ernährung

Wir treten dafür ein, dass Nahrungsmittel so naturbelassen wie möglich auf
den Markt kommen (Haltbarmachung mittels relativ unschädlicher Verfahren
wie Säuern, Erhitzen). Die einzelnen Bestandteile müssen lückenlos und in
verständlicher Sprache deklariert werden. Die heute im Übermaß
verwendeten chemischen Zusätze verursachen, insbesondere bei Kindern,
zunehmend Allergien. Auch die Schädlichkeit von Industriezucker ist
allgemein bekannt. Der Katalog an erlaubten chemischen Zusätzen muss
deshalb drastisch verringert und Industriezucker vor allem aus der
Babynahrung herausgehalten werden.

Wie zahlreiche Beispiele gesunder vegetarisch/vegan aufgezogener Kinder
beweisen, ist eine fleischlose Ernährung bereits im Babyalter durchaus zu
empfehlen.

Wir befürworten die vegetarische/vegane Ernährungsweise aus ethischen
Gründen einerseits und aus gesundheitlichen Gründen andererseits: Mehrere
vergleichende Studien verschiedener deutscher Universitäten und Institute
belegen, dass vegetarisch/vegan lebende Menschen gesünder sind als
Fleischkonsumenten. Daher ist das Angebot dieser gesunden, fleischfreien
Speisen in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Kantinen, Mensen,
Altenheimen und Krankenhäusern beträchtlich zu erweitern.

Werden dennoch Tiere und tierliche Produkte verzehrt, sollten diese
ausschließlich aus so genannter artgerechter Haltung gekauft werden. Dies
ist nicht nur aus gesundheitlichen Erwägungen dringend zu raten, sondern
auch ein persönlicher Beitrag zum Tierschutz.

Wir fordern die lückenlose Kennzeichnung aller Lebensmittel, die
genmanipulierte Substanzen enthalten (s. Punkt 3).

Um eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung über die wichtige Rolle
einer gesunden Ernährung zu erreichen, wollen wir wirtschaftlich
unabhängige Beratungsstellen einrichten.
3. Gentechnik und ihre ethische Bewertung

Die Gentechnik bedeutet einen radikalen Eingriff in natürliche Gegebenheiten
und ist, entgegen anders lautenden Behauptungen interessierter Kreise,
keinesfalls vergleichbar mit den Veränderungen, die der Mensch langsam
und über lange Zeitspannen hinweg durch Züchtung vorgenommen hat (z.B.
Getreide). Schon gar nicht ist die Gentechnik die Fortsetzung der Evolution
mit genetischen Mitteln und nur die beschleunigte Form dessen, was
ohnehin in der Natur vor sich geht. Vielmehr werden alle bisherigen
genetischen Barrieren durchbrochen.

Gentechnologie bedeutet Eingriffe in die biochemischen Baupläne aller
Lebewesen. Wie im Zusammenhang mit Tierversuchen als angeblicher
Voraussetzung für die Heilung menschlicher Krankheiten sattsam bekannt,
werden wiederum Heilsversprechen gemacht, damit ohne Ende die
gewünschten Forschungsgelder fließen.

Wir sehen selbstverständlich die Verpflichtung, jede ethisch vertretbare
Möglichkeit zur Heilung von Krankheiten und zur Rettung von Menschen-
und Tierleben zu nutzen. Mehr und mehr zeichnet sich ab, dass die Natur
"sich nicht ins Handwerk pfuschen lässt" (siehe Klonschaf Dolly; bei diesem
ersten bekannt gewordenen Opfer skrupelloser Wissenschaft machten sich
frühzeitig schmerzhafte Alterserscheinungen in Form von Arthritis
bemerkbar).

Erneut sind es die Tiere, die unter der Gewissenlosigkeit der Forscher zu
leiden haben: Die Fortführung der Tierversuche mit anderen Mitteln hat zu
einer ungeheuren Ausweitung des Tierleids geführt. Gentechnische Eingriffe
schlimmster Art, u.a. die Schaffung transgener (d.h. aus den Genen
verschiedener Tierarten, auch des Menschen "zusammengesetzter") Tiere,
haben zur Existenz von Lebewesen geführt, die vorwiegend als Krüppel
dahinvegetieren (als Beispiel die - noch dazu patentierte - Krebsmaus).
Wenn überhaupt lebensfähig, werden sie zur Produktion arteigener sowie
artfremder Stoffe gezwungen und als "Organbank" zum Ersatz menschlicher
Organe missbraucht.

Bedeutet die Gentechnik für die Tiere eine weitere Dimension des
Schreckens und der Leiden, so dürfte sich der Nutzen für die Menschen in
Grenzen halten (positiv: Überführung von Straftätern mittels Gentests). Der
mögliche Schaden überwiegt jedoch bei weitem.

Letzteres gilt vor allem auf dem Ernährungssektor (massive gentechnische
Veränderungen im Pflanzenreich, vor allem von Getreide, Soja, Raps etc., mit
nachweisbaren negativen Folgen für die menschliche Gesundheit). Bereits
mehrfach ist erwiesen worden, dass auf Versuchsfeldern ausgebrachte
genmanipulierte Pflanzen die auf benachbarten Feldern "natürlich
angebauten" in ihrer genetischen Substanz veränderten.

Fazit: Angesichts der Tatsache, dass substanzielle Veränderungen im
genetischen Material von Mensch, Tier und Pflanze unumkehrbar und
Ausgebrachtes oder Entwichenes nicht rückholbar sind, muss die
Entscheidung gegen eine weitere Forschung auf diesem Gebiet ausfallen.
Dafür spricht nicht zuletzt die Horrorvision des geklonten Menschen.

Kurz gefasst lautet unser politisches Programm:

Verbot jeglicher Eingriffe in das Erbgut aller Lebewesen (Menschen, Tiere
und Pflanzen),
Verbot der wirtschaftlichen Nutzung von Gentechnik,
Verbot der Freisetzung gentechnisch manipulierter Organismen.

Wir fordern daher:

die lückenlose Kennzeichnung aller gehandelten Nahrungsmittel, die
genmanipulierte Substanzen enthalten,
verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt statt "Reparatur" von
Schäden durch z.B. Abfall fressende Bakterien u. dergl.,
gesundheitsorientierte Lebensbedingungen und Ernährung statt
gentechnischer Methoden zur Krankheitsbekämpfung,
eine naturverträgliche Landwirtschaft statt der überflüssigen
Produktionssteigerung durch gentechnische Manipulation.

4. Landwirtschaftspolitik

Die Politik der etablierten Parteien hat im Zusammenwirken mit der
agrarchemischen Industrie sowie einer völlig verfehlten Agrarpolitik national
und auf EU-Ebene innerhalb von rund 50 Jahren die Landwirtschaft zu immer
belastenderen Bewirtschaftungsmethoden gezwungen. Dabei ist nebenbei
die traditionelle, naturverträgliche bäuerliche Landwirtschaft fast völlig
verschwunden.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - hat sich zum Ziel
gesetzt, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und sie weitgehend
umzukehren.

Eine Landwirtschaft, die Boden, Luft und Wasser verseucht, Tiere als
Objekte ohne Bedürfnisse und ohne Leidensfähigkeit ansieht und sie daher
skrupellos quält, verstümmelt und tötet, hat keinen Anspruch auf
Anerkennung und Förderung.

Den immer intensiveren Großeinsatz von Pestiziden, Antibiotika,
Wachstumsförderern und anderen pharmazeutischen Präparaten lehnen wir
aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen ab. Viele
Krebserkrankungen, Herz- und Kreislaufleiden, Allergien und weitere Umwelt-
bzw. Zivilisationskrankheiten gehen auf die zunehmende Chemisierung in der
Agrarindustrie zurück. Auch jede Genmanipulation lehnen wir ab.

Darüber hinaus befürworten wir die Entwicklung umweltverträglicher
bodenschonender Landmaschinen. Ökologische Landwirtschafts-
Betriebsführung zeichnet sich durch verantwortungsvolles, ökologisch und
gesundheitlich sinnvolles Wirtschaften aus und ist zu fördern. Zu solchem
landwirtschaftlichen Tun zählt auch die artgerechte Tierhaltung und das
generelle Unterlassen von Amputationen sowie der Verzicht auf grausame
Züchtungs-, Vermehrungs- und Rationalisierungsmethoden wie z.B. die
Käfighaltung von Hühnern sowie die Kasten- und Anbindehaltung von
Kälbern, Bullen und Schweinen. Stattdessen verlangen wir den ganzjährigen
Auslauf ins Freie für alle Tierarten!

Für die so genannten Nutztiere in der Landwirtschaft brachte das vom
Deutschen Bauernverband und seiner Spitzenfunktionäre maßgeblich
mitgestaltete Agrarsystem die tierquälerische Massentierhaltung und das
Schlachten im Akkord mit sich. Um die aus kommerziellen Interessen
herbeigeführten großen Schäden für Mensch, Tier und Umwelt zu beheben,
sollen künftig nur noch ökologisch arbeitende landwirtschaftliche Betriebe
gefördert und finanziell abgesichert werden. Die Aufgabe der Landwirtschaft
besteht darin, auf gesundem Boden mit humanen und umweltgerechten
Verfahren hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Landwirtschafts- und
Nahrungsmittelindustrie sollen durch steuerliche Maßnahmen und Abbau
marktverzerrender Subventionen zu einer Umstellung auf dieses Ziel
veranlasst werden.

Die Agrarbehörden und das landwirtschaftliche Ausbildungssystem sind
entsprechend zu reformieren. Die Weichen für eine konsequente
Agrarstrukturreform müssen endlich gestellt werden. Landwirten, die im
Interesse von uns allen auf die heute vorherrschenden Natur zerstörenden,
menschen- und tierfeindlichen Produktionsmethoden verzichten, ist eine
bleibende Existenz zu sichern. Ebenso ist ein angemessener Schutz vor den
verhängnisvollen, inakzeptablen Beschlüssen und Praktiken von EU, EFTA,
MAI und GATT u.a. zu gewährleisten, die in Wahrheit nur eines zum Ziel
haben: mit Wissen und Billigung der nationalen Regierungen die Herrschaft
der transnationalen Konzerne über sämtliche Lebensbereiche herbeizuführen
(s. Punkt 8/Globalisierung).

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - unterstützt
deshalb die Ziele der Bauernverbände für naturgerechte Landwirtschaft als
wirksame Interessenvertretung verantwortungsvoller Landwirte, denen die
Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ein Anliegen ist.
5. Umwelt-, Verkehrs- und Energiepolitik
5.1 Ganzheitliches Konzept

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - sieht sich aus
ihrem ethischen Anspruch heraus in der besonderen Verantwortung für
unsere Mitwelt. Nach unserer Überzeugung bilden Mensch, Tier und Natur
eine Einheit. Die Betreiber von Landwirtschaft, Industrie, Energieversorgung
und Transportunternehmen sind in die Pflicht zu nehmen. Auch auf das
Konsumverhalten des einzelnen Verbrauchers muss durch Aufklärung
eingewirkt werden.

Unser klares Bekenntnis lautet daher: Die Sicherung einer lebenswerten
Umwelt für nachfolgende Generationen ist für uns ein Schwerpunkt
verantwortungsbewusster Politik!

Einige wichtige Forderungen sind:

Mittelfristig Rückkehr zu einer naturnahen Landwirtschaft mit so genannter
artgerechter Tierhaltung, sofern nicht langfristig aus ethischen Gründen -
ganz darauf verzichtet wird. Damit verbunden wäre gleichzeitig eine
Verbesserung von Luft, Boden und Wasser.
Umweltpolitik und Umweltschutz sind mehr als bisher auf die Verhütung
von Umweltschäden zu konzentrieren. Für die Sanierung von Altlasten hat im
Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen das Verursacherprinzip zu gelten.
Deutliche Verlagerung des Individualverkehrs auf öffentliche
Verkehrsmittel.
Der Flugverkehr ist auf ein ökologisch vertretbares Maß zu reduzieren.
Die Öko-Steuer soll nicht Finanzlöcher im Bundeshaushalt stopfen,
sondern für die Subventionierung umweltfreundlicher Technologien bzw. den
Ausbau des Schienennahverkehrs und des Fernbahnnetzes eingesetzt
werden.
Ökologisch sinnvoll sind auch Abgaben für die Emission von Schadstoffen
in die Atmosphäre und die Gewässer, Abgaben für den Flächenverbrauch
durch Bebauung sowie für den Handel mit Fleisch und anderen
Tierprodukten. Eine durch Letzteres bedingte zusätzliche finanzielle
Belastung der Verbraucher kann ausgeglichen werden durch eine
Mehrwertsteuer-Befreiung bei pflanzlichen Nahrungsmitteln.

5.2 Umwelt

Der Landschaftsschutz muss verbessert, der Landschaftsverbrauch stark
eingeschränkt werden. Hier ist einer vorsorgenden und erhaltenden
Umweltpolitik Vorrang vor wirtschaftlichen Einzel- oder Gruppeninteressen
zu geben. Der Landschaftsschutz muss auf die Rettung und
Wiederherstellung der Lebensräume heimischer Tier- und Pflanzenarten
ausgerichtet werden. Die weitere Umwandlung noch bestehender
Lebensräume für Tiere mit dem Zweck der Nutzung durch den Menschen ist
auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Entstehende Brachflächen sind für eine
natürliche Entwicklung von heimischen Pflanzen- und Tiergemeinschaften zu
reservieren.

Der Schutz des ökologischen Gleichgewichts beginnt bei der Reinhaltung
von Grundwasser und Boden als empfindliche Glieder in der Nahrungskette
allen irdischen Lebens. Die Belastung durch Schwermetalle und sonstige
Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft muss durch verschärfte
Gesetze und den Einsatz moderner Technologien deutlich vermindert
werden. Die Bedrohung unserer Binnengewässer sowie insbesondere von
Nord- und Ostsee nimmt durch die fortgesetzte Einbringung von
Schadstoffen (z.B. Verklappung) ständig zu. Hier muss eine wirksame
Bekämpfung der Umweltkriminalität mit der Durchsetzung verschärfter
Gesetze einhergehen. Das Einbringen von Schadstoffen in den Naturkreislauf

  • Boden, Wasser und Luft - muss strikter als bisher unterbunden werden. Wo
    Verbote missachtet werden, ist dies strenger als bisher zu bestrafen. (So ist
    z.B. Gewässerverschmutzung kein Kavaliersdelikt.)

    Flüsse und Weltmeere sind sensible Ökosysteme und die Grundlage der
    Lebensräume für Menschen, Tiere und Natur. Entsprechend sorgsam ist mit
    ihnen umzugehen (siehe auch Punkt 1.5: Überfischung der Weltmeere,
    Schleppnetzfischerei).

    Um das weitere Waldsterben - vor allem verursacht durch den sauren Regen
  • einzudämmen, muss der Ausstoß sämtlicher klimaschädlicher Gase
    entschieden verringert werden. Wir fordern deshalb vor allem den Einsatz
    verbesserter Herstellungs- und Reinigungsverfahren in konventionellen
    Kohle-, Erdgas- und Ölkraftwerken sowie Industrieanlagen. Mittelfristig
    fordern wir sowohl den Einsatz alternativer und erneuerbarer Energieformen
    als auch die Etablierung weiterentwickelter Motoren (s. Punkt 5.3). Außerdem
    ist der Gülleanfall in der Landwirtschaft, der auch eine Folge verfehlter
    Agrarpolitik ist, drastisch zu reduzieren! Die Kausalkette "Massentierhaltung
  • Gülle - Nitrate und Methan" muss aufgehoben werden.

    Eine große Gefahr droht unserer Umwelt heute durch den so genannten
    Treibhauseffekt. Die globale Erwärmung um mehrere Grade, die nach
    Expertenmeinung eine Versteppung weiter Landstriche und einen enormen
    Anstieg des Meeresspiegels mit schwer wiegenden Folgen nach sich ziehen
    wird, kann nur noch durch ein entschlossenes Handeln aller politisch
    Verantwortlichen und jedes Einzelnen vermindert werden.

    Für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei - ist die
    weltweite Bekämpfung des Treibhauseffektes und der Klimaverschiebung ein
    vordringliches Ziel in der Umweltpolitik! Ein Schuldenerlass soll die armen
    Länder dazu bewegen, die Flächenrodungen zu beenden, um die zum Abbau
    des Kohlendioxyds unverzichtbaren großen Waldgebiete der Erde zu retten.
    Auch die europäischen Länder müssen zur Aufforstung verpflichtet werden.

    Vor allem durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wird eine globale
    Klimaschädigung verursacht. Dem Energiesparen kommt daher größte
    Bedeutung zu. Alternativen in Form von erneuerbaren Energien und neuen
    Antriebssystemen für Kraftfahrzeuge etc. müssen staatlich stärker gefördert
    werden (s. auch Punkt 5.3 und 5.4).

    Zur Bewältigung des Müllproblems hat jeder Bürger seinen Beitrag zu leisten.
    Die Politik muss die Weichen für eine effektive und bürgerfreundliche
    Müllverwertung und -entsorgung stellen. Ein erster Schritt ist der
    flächendeckende Einsatz moderner Wertstoff-Sortieranlagen, die sich
    inzwischen bewährt haben. Gemäß dem Motto "Vermeiden - Verwerten -
    Entsorgen" hat die Müllvermeidung auf allen Ebenen oberste Priorität. Sie
    lässt sich durch den weiteren Ausbau von Mehrwegsystemen aller Art
    verbessern, wobei die Akzeptanz durch den Verbraucher unerlässlich ist und
    die Industrie in die Pflicht genommen werden muss. Anreize für Herstellung
    und Gebrauch von Gütern aller Art mit höchster Recyclingmöglichkeit
    müssen vom Staat weitergehend als bisher gefördert, wenig recyclingfähige
    Verfahren und Produkte müssen verteuert werden (Verursacherprinzip).

    Wir streben eine noch gründlichere Mülltrennung an, um so viele Rohstoffe
    wie möglich wieder zu verwerten. Die Restmüllverbrennung ist wegen der
    Unberechenbarkeit der Emissionen weitgehendst zu vermeiden. Jedes in der
    Wertstoffkette eingesetzte Verfahren ist anhand von Ökobilanzen daraufhin
    zu durchleuchten, ob es auch wirklich das ökologisch sinnvollste ist.

    Verunreinigungen der Umwelt sind keine Bagatell-Vergehen. Ebenso wie der
    Hundekot auf Gehwegen, Spielplätzen usw. vom Halter zu beseitigen ist,
    muss auch das Wegwerfen von Dosen, Zigaretten, Kaugummi oder
    Ähnlichem verboten und mit Bußgeld belegt werden. Lärm und Abgase, vor
    allem in den Innenstädten, sind entscheidende Mitverursacher heutiger
    Zivilisationskrankheiten. Daher muss es vorrangiges Ziel sein, sowohl
    Schadstoff- als auch Lärmemissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Beides
    ist bei der Verkehrsplanung und Kraftfahrzeugentwicklung zu
    berücksichtigen.

    Der Elektrosmog hat u. a. durch den fortschreitenden Ausbau der Handy-
    Netze in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die biologischen
    Wirkungen werden von der Industrie heruntergespielt und in die ohnehin
    fragwürdigen Grenzwertbestimmungen nicht mit einbezogen. Die
    flächendeckend aufgestellten Sendemasten können für Mensch und Tier eine
    schwer wiegende gesundheitliche Belastung bedeuten. Auch über die
    Gefahren durch das bloße Handy-Telefonieren ist bisher nicht genügend
    aufgeklärt worden.

    Die Zukunft muss mittelfristig einer - bereits bestehenden - belastungsfreien
    Kommunikationstechnologie gehören.
    5.3 Verkehr

    Es müssen jetzt Vorbereitungen getroffen werden, den prognostizierten
    Verkehrskollaps zu verhindern. Nur durch sofortiges und zielgerichtetes
    Handeln ist es möglich, die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung sowie den
    Warentransport unserer Wirtschaft auch zukünftig sicherzustellen. Zum
    Zweck der Eindämmung von Treibhauseffekt und Umweltverschmutzung ist
    es unumgänglich, den öffentlichen Personen- und Warenverkehr verstärkt zu
    fördern. Die Entfernungspauschale muss so weit verändert werden, dass für
    den Berufstätigen die Benutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel
    attraktiver wird als das Auto. Senioren sollten als Anreiz eine Jahreskarte
    erhalten, wenn sie ihren Führerschein abgeben.

    Wir fordern die Entwicklung und Markteinführung von Niedrigemissions-
    Fahrzeugen (max. Drei-Liter-Auto) und alternativen Technologien
    (Wasserstoff- / Elektromotoren).

    Ein gestaffeltes Tempolimit ist möglichst umfassend sowohl aus Sicherheits-
    als auch aus Umweltschutzgründen einzuführen und zu kontrollieren. Die
    zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen soll 130 km/h nicht
    übersteigen.

    Um der Naturzerstörung Einhalt zu gebieten, ist jedem Straßenbau ein
    Genehmigungsverfahren durch ein Gremium vorzuschalten, das sich
    mindestens zur Hälfte aus organisierten Umwelt- und Naturschützern
    zusammensetzt.

    Um wild lebende Tiere vor der menschlichen (Auto-) Mobilität zu schützen,
    sind mehr als bisher in besonderen Gefahrenzonen
    Geschwindigkeitsbegrenzungen (radarkontrolliert) zu erlassen oder
    Schutzzäune zu errichten. Um die Bewegungsfreiheit der Tiere nicht zu sehr
    einzuschränken, sind in regelmäßigen Abständen bewachsene Grünbrücken
    zu bauen. Für Amphibien sind zwischen Laich- und Wintergebieten sog.
    Krötentunnel mit den darauf hinführenden Zäunen in die
    Straßenbauverordnung aufzunehmen. Verkehrsunfälle mit Tieren dürfen nicht
    länger als selbstverständlich angesehen werden. Der Fahrzeugführer muss
    verpflichtet werden, sich um angefahrene bzw. überfahrene Tiere zu
    kümmern. Hier kann die flächendeckende Einrichtung eines Tiernotrufs
    hilfreich sein, der zum Ziel hat, ein verletztes Tier dort unterzubringen, wo es
    gesund gepflegt wird. Haftpflichtversicherungen sollten für den entstandenen
    Schaden auch dann eintreten, wenn man wegen eines Tieres gebremst hat.

    Wir streben den Ersatz der wenig flexiblen Kraftfahrzeugsteuer durch eine an
    den Benzinverbrauch gebundene Abgabe an. Über eine Erhöhung der
    Benzin- und Dieselsteuer kann darüber hinaus ein Anreiz zur Verminderung
    unnötiger Fahrten geschaffen werden. Bürgerinnen und Bürger, die beruflich
    auf ihren PKW angewiesen sind, müssen einen Ausgleich erhalten.
    Öffentliche Verkehrsbetriebe dürfen durch die höhere Benzin- und
    Dieselsteuer nicht belastet werden; Mehreinnahmen daraus sind
    zweckgebunden für die Förderung des Nahverkehrs zu verwenden.

    Der Schwerlastverkehr gehört auf die Schiene und auf die Wasserstraßen!
    Hier besteht ein großer politischer Handlungsbedarf, um die Natur direkt und
    zusätzlich mittelbar durch die Abgasminderung bei dann freiem Verkehrsfluss
    zu schützen.

    Auch der Energie fressende und umweltschädliche Luftfrachtverkehr ist einer
    kritischen Überprüfung zu unterziehen. Darüber hinaus setzen wir uns für die
    Entwicklung umweltschonenderer Techniken für den gesamten Flug- und
    Schiffsverkehr ein. Um hierfür einen Anreiz zu schaffen, muss eine
    Besteuerung der Treibstoffe eingeführt werden.

    Für die Belastung unserer Umwelt durch den unverhältnismäßig hohen LKW-
    Verkehr muss eine EU-verträgliche Lösung gefunden werden
    (Straßenbenutzungsgebühren).

    Die Beimischung von Pflanzenöl oder Ethanol zu herkömmlichem Kraftstoff
    ist zu verbieten mit Ausnahme von solchem Pflanzenöl oder Ethanol, das aus
    Abfällen stammt. Die immer noch rasant fortschreitende Zerstörung der
    letzten Regenwälder unseres Planeten sowie der Welthunger machen dies
    zwingend erforderlich. Kraftstoff, für den Pflanzen angebaut wurden, ist
    aufgrund der Palmöl- und Soja-Problematik kein Klimaschutz, sondern ein
    massiver Klimakiller.
    5.4 Energie

    Unsere Energieversorgung muss verändert werden! Die Energieversorgung
    der Bevölkerung sowie der Wirtschaft darf nicht weiterhin abhängig von
    fossilen und damit endlichen Rohstoffen sein. Nur durch eine konsequente
    Nutzung nachwachsender und regenerativer Energiequellen kann eine
    zuverlässige, umweltverträgliche, risikolose und damit preiswerte
    Energieversorgung in der Zukunft sichergestellt werden.

    Wir setzen uns für den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie ein, deren
    Nutzung ein unkalkulierbares Risiko für Menschen, Tiere und Natur darstellt.
    Die Reaktorunfälle von Harrisburg und Tschernobyl, Unregelmäßigkeiten und
    Versäumnisse in deutschen Atomkraftwerken sowie die ungelösten Probleme
    der Endlagerungen über große Zeiträume zeigen deutlich, dass diese
    Technologie durch den Menschen nicht beherrschbar ist. Selbst bei
    störungsfreiem Betrieb der Reaktoren ist das Risiko von Unfällen mit den
    Folgen einer Verstrahlung unserer Mitwelt beim Transport radioaktiver Abfälle
    und durch Techniken der Wiederaufarbeitung sehr hoch. Wir fordern das
    schnellstmögliche Abschalten aller in Deutschland vorhandenen
    Kernreaktoren. Neue Reaktoren oder Reaktortypen, einschließlich
    Fusionsreaktoren, dürfen nicht genehmigt werden.

    Fossile Energieträger (d.h. Energieumsetzung aus Kohle, Erdgas und Erdöl)
    tragen durch ihren Kohlendioxyd-Ausstoß maßgeblich zum Treibhauseffekt
    bei. Großkraftwerke, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden,
    müssen nach dem technisch besten Standard zur Abgasfilterung
    ausgestattet sein. Sie können durch den Einsatz geeigneter Verfahren und
    die generelle Ankoppelung an das Fernwärmenetz in ihrem Wirkungsgrad
    erheblich verbessert werden. Dies führt in den angeschlossenen Gebäuden
    zur Senkung des Brennstoffverbrauchs und somit auch zur Verminderung
    des Schadstoffausstoßes. Mittelfristig sind Großkraftwerke, die mit fossilen
    Energieträgern arbeiten, aus Gründen der Rohstoffknappheit und der
    Umweltverschmutzung durch Kraftwerke zu ersetzen, die regenerative
    Energien oder nachwachsende Rohstoffe verwenden.

    Hauptziel einer Energiepolitik muss die rigorose Einsparung beim
    Energieverbrauch sein. Hierbei sind Förderprogramme für Maßnahmen zu
    schaffen, die zur Energieeinsparung führen, wie z.B. Wärmedämmung,
    Brennwertheizungen, sparsamere Motoren und Haushaltsgeräte.

    Kein "Mengenrabatt" mehr für Energie- und Wasser-Großverbraucher, mit
    Ausnahme medizinischer Einrichtungen!

    Alternative Energiegewinnung muss erheblich mehr als bisher staatlich
    gefördert werden, z.B. aus Mitteln der bisherigen Kernenergie-
    Subventionierung.

    An Alternativen setzen wir auf sämtliche Techniken zur Nutzung erneuerbarer
    Energien wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse, wobei sich aus heutiger
    Sicht speziell kleinere Solaranlagen und Wärmepumpen im Rahmen eines
    dezentralen Versorgungssystems als wirtschaftlich und besonders
    förderungswürdig erwiesen haben. Ein dezentrales Versorgungssystem
    reduziert die Überlandleitungen, die mit enormen Energieverlusten arbeiten,
    das Landschaftsbild verschandeln und Elektrosmog abstrahlen.

    Alternative Energie schafft Arbeitsplätze. Aufgrund ihrer technologischen
    Möglichkeiten bietet sich für die Bundesrepublik Deutschland die Chance,
    die Entwicklung und die Nutzung alternativer Energien entscheidend
    voranzubringen. Dies wird positive Einflüsse auf den gesamten Arbeitsmarkt
    haben.
    6. Familien- und Bildungspolitik
    6.1 Familienpolitik

    Die Familie (in ihren vielfältigen Erscheinungsformen) ist von hohem,
    unverzichtbarem Wert für den Einzelnen und die Gesellschaft, ebenso wie die
    Achtung vor der gesamten Mitwelt "Mensch, Tier und Natur". Aus dieser
    Grundeinstellung heraus lassen sich Wege finden, Konflikte gewaltfrei zu
    lösen, die wir in Elternseminaren vermitteln wollen. Ein wesentlicher
    Bestandteil einer Erziehung zur Gewaltfreiheit ist der einfühlsame,
    respektvolle Umgang mit dem Tier als Mitgeschöpf.

    In diesen Seminaren können den interessierten Eltern außerdem die Vorteile
    gesunder vegetarischer/veganer Ernährung näher gebracht werden. Wichtig
    für Eltern ist dabei auch zu berücksichtigen, dass Kinder und Jugendliche in
    zunehmendem Maße von sich aus den Verzehr tierlicher Produkte " vor allem
    von Fleisch " ablehnen. Dies zu erkennen, zu respektieren und zu fördern
    muss Bestandteil eines neuen Denkens und Handelns werden!

    Ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis trägt dazu bei, ein Abgleiten der Jugend in
    die Drogenszene zu verhindern. Auch hier können die o.g. Elternseminare
    hilfreich und unterstützend wirken. Für straffällig gewordene
    Rauschgiftabhängige müssen die Möglichkeiten nach BtMG §35
    (Betäubungsmittelgesetz) - "Hilfe statt Strafe" - erweitert werden, um den
    Betroffenen eine Therapie nach ihrer Wahl anbieten zu können. Da wir
    kinderfreundlich eingestellt sind, sehen wir eine vordringliche Aufgabe darin,
    mit dazu beizutragen, dass Kinder in eine liebevolle, Geborgenheit
    vermittelnde Umgebung hineingeboren werden, dazu gehört auch, den
    Kindern bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres die Möglichkeit zu
    geben, in elterlicher Obhut aufzuwachsen, da sich die ersten drei
    Lebensjahre prägend auf das Kind auswirken. Dem mit der Erziehung
    betrauten Elternteil soll daraus kein finanzieller Nachtteil entstehen und der
    Wiedereinstieg in das Berufsleben einfach gestaltet werden. Eine wichtige
    Voraussetzung ist nicht zuletzt die genügende finanzielle Absicherung, z.B.
    durch Streichung des Ehegattensplittings zugunsten eines Familiensplittings
    ab dem ersten Kind.

    Darüber hinaus macht die zunehmende Zahl geschiedener Ehen eine bessere
    soziale Absicherung von Scheidungswaisen und deren
    Erziehungsberechtigten dringend erfor


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    Publiziert am 05.02.2018. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor. Ein Artikel gibt ausschliesslich die Meinung seines Autors wieder, nicht die der webpool GmbH.                                                                                                                  
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    http://tier.de/magazin/artikel/tierschutz   18.07.2018   Zum Seitenanfang
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